Gorlebener Gebet

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Für alle, die es interessiert:

HIER kann man die sogenannte "Umweltenzyklika" des Papstes
"LAudato si" lesen und herunterladen (in deutscher Sprache)

Und hier kann man die NDR-Sendung "Widerworte aus dem Wald" nachhören,
Interviews u.a. auch mit Marianne:


 

Liebe FreundInnen des Gorlebener Gebets,

als ich in den 80-er Jahren die KURVE Wustrow kennen lernte, begegnete mir
durch einen engagierten evangelischen Pastor zum ersten Mal der Gedanke,
dass
Beten und Widerstehen zusammengehören.

Ich habe das Gorlebener Gebet immer wieder als Ausdruck dieser Einheit erfahren
und deshalb schätzen gelernt. Einige Male durfte ich selber mitwirken. Besonders
in Erinnerung geblieben ist mir ein Pfingstsonntag, als meine Tochter Birgit und ich
den göttlichen Geist pantomimisch und tänzerisch dargestellt haben, der die Menschen
bewegt und befreit.

Im Juni 2012 stand das gemeinsam mit pax-christi-Freundinnen gestaltete Gebet
unter der Überschrift „In Frieden leben mit der Schöpfung und dem Schöpfer“.

Kürzlich habe ich in einem Kurs für kreatives Schreiben die Gorlebener Kreuze
gewählt, als wir einen Ort beschreiben sollten, der uns auf unserem jeweiligen
„geistlichen Weg“ wichtig geworden ist. Mein Text:

>> Eine kleine Waldlichtung,
terrassenförmig angelegt,
ganz in der Nähe des „Erkundungsbergwerks“,
vorgesehen für den Atommüll – bis in Ewigkeit.

Große, einfache Holzkreuze.
Mal 5, mal 50 Personen sind sonntags dort versammelt.
Manchmal Sonnenstrahlen, manchmal Nebel,
immer Tannenduft;
die Erde kühl oder warm.
In der Mitte ein Blumenstrauß.

Wir hören Glaubenszeugnisse ganz unterschiedlicher Art,
auch Klagen über die Zerstörung der Natur.
Wir danken für die Schönheit der Schöpfung
und bedenken unsere Verantwortung, sie zu bewahren.

Wir singen Lieder der Ermutigung und des Vertrauens.
Oftmals die Einladung zu einer Aktion.

Beten und Handeln gehören zusammen.<<

Diese Verbindung von „Aktion und Kontemplation“motiviert mich,
immer wieder am Gorlebener Gebet teilzunehmen. Ich habe ein Bild dafür gefunden:

Mystik und Politik sind wie Einatmen und Ausatmen.

Erst beides zusammen macht einen Atemzug aus.
Wer nicht einatmet, dem fehlt der Sauerstoff, der den gesamtenOrganismus versorgt.
Er erstickt und stirbt. Wer nicht ausatmet, der hyperventiliert, fällt in Ohnmacht.
Wir müssen „einatmen“: uns unseres Glaubens an den Gott der Liebe vergewissern
und an seine Verheißung erinnern, dass die Mächte des Todes nicht das letzte Wort
haben werden.

Wir müssen „ausatmen“: reden und handeln in Gesellschaft und Politik,
mit kräftiger Stimme und mutigen Taten.Wenn wir an eine Zukunft glauben,
ie über die heutige Welt und ihre ungerechten Strukturen hinausweist,
dann dürfen und können wir auch entsprechend handeln:

einen neuen Lebensstil fördern, neue Erfahrungen der Gemeinschaftund des Glücks
im Alltag stiften - allen „Sachzwängen“ zum Trotz.

Veronika Hüning, Gescher