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Hier sollen die Themen, Stichworte und Inhalte der Andachten zu lesen sein, die
wegen der Corona-Schutzmaßnahmen nicht unter den Kreuzen  stattfinden können.

29. März 2020
Die Andacht unter den Gorlebener Kreuzen fällt aus,
das Gebet muss nicht ausfallen!

Das Thema meines für den nächsten Sonntag vorbereiteten Gorlebener Gebets war das Vaterunser, vor allem die schwierige Frage der „Versuchung“. Meine Gedanken dazu muss ich euch zu einem anderen Zeitpunkt vortragen. Dann werdet ihr auch Meinhards Musik zu hören bekommen.
Auf diesem Weg möchte ich euch zumindest die Gebete zukommen lassen, die ihr vielleicht am 29.3. bei euch zu Hause sprechen oder einfach still lesen könnt. Die werden nicht alt und ich greife sie später noch mal auf.
Ich schließe euch in meine Gebete ein und wünsche euch Gesundheit und Lebensfreude!

Psalm 139
(auszugsweise)
Herr, du durchschaust mich, du kennst mich durch und durch. Ob ich sitze oder stehe – du weißt es; aus der Ferne erkennst du, was ich denke. Ob ich gehe oder liege – du siehst mich; mein ganzes Leben ist dir vertraut. Schon bevor ich anfange zu reden, weißt du, was ich sagen will. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine schützende Hand über mir. Dass du mich so genau kennst, übersteigt meinen Verstand; es ist mir zu hoch, ich kann es nicht begreifen! […] Durchforsche mich, o Gott, und sieh mir ins Herz, prüfe meine Gedanken und Gefühle! Sieh, ob ich in Gefahr bin, dir untreu zu werden, und wenn ja: Hol mich zurück auf den Weg, den du uns für immer gewiesen hast!

Ein aramäisches Vaterunser
Mutter-Vater alles Geschaffenen! Dein Name tönt heilig durch Zeiten und Raum! 
Dein göttliches Eins-Sein schaffe in Liebe und Licht – ewig und jetzt! 
Lass Deinen Willen durch meinen geschehen – wie im Geist, so in allem Geformten! 
Gib uns Nahrung täglich – wie dem Körper, so der Seele! 
Löse die Bande meiner Fehler – wie ich sie anderen löse! 
Lass mich nicht verloren gehen an Oberflächliches und Materielles!
Befreie mich von Unreife und von allem, was mich festhält und mich nicht loslassen lässt! 
Denn Dein ist die Kraft und der Gesang des Universums – jetzt und hier und in Ewigkeit. Amen.

Das Vaterunser im Indikativ
Gott, du bist wie ein guter Vater. Nicht nur für uns, sondern für alle Menschen auf der Erde.
Wir sehen dich nicht, aber wir können deine Nähe spüren.
Du bist heilig. Deshalb sprechen wir deinen Namen mit größter Achtung aus.
Dein Reich wird kommen, das Reich des Friedens und der Gerechtigkeit.
Dein Wille geschieht überall, wo du wirkst: im Himmel und hier unter uns.
Du gibst uns, was wir zum Leben brauchen.
Du vergibst uns, wenn wir Unrecht getan haben. So wollen auch
wir denen vergeben, die uns verletzt oder Schaden zugefügt haben.
Du führst uns durch alle Herausforderungen im Leben.
Du wirst einmal die ganze Welt von allem Bösen befreien.
Dafür danken wir dir schon heute. Amen.

Segen
Empfangt nun den Segen Gottes, der sein Angesicht über euch leuchten lässt:
der Vater und Schöpfer,
der Sohn und Erlöser
und der Heilige Geist, die Kraft, die Frieden schafft.
Amen.
Veronika Hüning, Vietze

 

.........per email von Peter und Helena Kritzokrat zum 22.3. 20:

.....die Ansprache, die wir vorbereitet hatten, passt nicht in die jetzige Situation. Dafür schicken wir Euch ein Kreuz von Stefanie Bahlinger – es ist ja Passionszeit. Wir wollten dieses von ihr gestaltete Kreuz gemeinsam anschauen und uns austauschen, welche Gefühle, Gedanken und Assoziationen es in uns weckt. Ich (Helena) finde zum Beispiel schön, dass dieses Kreuz nicht so unveränderlich starr dasteht, sondern beinahe fließend auf mich wirkt. Das hilft mir bei den Schwierigkeiten, die ich sonst mit dem traditionellen Kreuz habe. Ich muss das nicht so glauben, was mir mal darüber beigebracht wurde. Es eröffnet mir Raum auch zu eigenen Fragen und Zweifeln.
Mir fallen die Hände auf: nur kleine, rote Striche. Nicht angenagelt, sondern seitlich aufgestellt: Wollen sie Böses fernhalten, beiseite drücken?
Unten links sehe ich eine Art Treppe. Wozu ist sie da? Soll Jesus zu uns herabsteigen? Oder wir zu ihm hinauf?
Ein rötlich-gelber Strahl verbindet Jesus am Kreuz mit der Treppe. Mir scheint: die Verbindung geht von oben, von Jesus aus.
Unübersehbar ist für mich (Peter) der symmetrische, ruhige sanft blaue Rahmen. Die dünnen, „wilden“ Striche nach innen scheinen dagegen den Mann am Kreuz zu bedrohen und anzugreifen.
Diese Bedrohung erinnert uns an Worte von Paulus (2. Korinther 4, 8-9)

„Wir stehen von allen Seiten unter Druck, aber wir werden nicht erdrückt. Wir sind ratlos, aber wir verzweifeln nicht. Wir werden verfolgt, aber wir sind nicht im Stich gelassen. Wir werden zu Boden geworfen, aber wir gehen nicht zugrunde.“
Diese Beobachtungen und den Text aus 2. Korinther hätten wir in unseren Kreis beim Gorlebener Gebet mit hineingegeben.

Helena hat ein Gebet geschrieben:

Guter Gott,
sei mit uns allen in diesen unsicheren Tagen.
Gib Familien mit kleinen Kinder Kraft, die Situation in Geduld zu meistern.
Stärke alle, die ohne Unterlass für unsere Gesundheit arbeiten müssen.
Schütze unsere Alten, so dass sie sich weiter ihres Lebens freuen können. Gott, oft dachten wir, wir hätten die Welt und alles im Griff.
Jetzt spüren wir wieder, wie machtlos wir sind.
Du bist unsere Zuflucht für und für.
Dafür danken wir Dir.    .............Amen.

Herzliche Grüße von Helena und Peter – 19. 03. 2020 – 23 Uhr